Kunst-Highlights 2026 - Die wichtigsten Ausstellungen


Lina Lapelytė (1. Mai 2026 - 10. Januar 2027): Lina Lapelytė, Vaiva Grainytė, Rugilė Barzdžiukaitė, Sun & Sea, 2021, "Teatro Argentina", Rome
© courtesy the artist,  / VG Bild-Kunst Bonn, 2025/ Claudia Pajewski


2026 verspricht zahlreiche Kunst-Highlights. Wir haben eine Auswahl an Ausstellungen, die Sie nicht verpassen sollten. Während die globale Kunstwelt gespannt auf die nächste Biennale von Venedig blickt, setzen Museen wie die Neue Nationalgalerie in Berlin oder das Victoria and Albert Museum in London mit monografischen Werkschauen neue Maßstäbe.


Constantin Brancusi, La Muse endormie, 1910, Bronze, Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI/Philippe Migeat/Dist. GrandPalaisRmn,
© Succession Brancusi - All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Constantin Brancusi: Die Erfindung der Moderne

In Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris zeigt die Neue Nationalgalerie die erste Werkschau des Ausnahmekünstlers Constantin Brancusi seit über 50 Jahren in Deutschland. Die Ausstellung in Mies van der Rohes gläserner Halle vereint über 150 Arbeiten, darunter eine Teilrekonstruktion seines berühmten Pariser Ateliers. Eine seltene Gelegenheit, die radikale Reinheit seiner Skulpturen in diesem architektonischen Rahmen zu erleben.

20. März bis 09. August 2026
Neue Nationalgalerie | Potsdamer Straße 50 | 10785 Berlin


Padiglione Centrale Giardini Photo © Francesco Galli

61. Biennale di Venezia: In Minor Keys

Unter dem Titel In Minor Keys verwandelt die 61. Internationale Kunstausstellung Venedig erneut in das Zentrum der zeitgenössischen Kunstwelt. Die ursprünglich von Koyo Kouoh kuratierte und von ihrem Team weitergeführte Ausstellung rückt leisere, oft übersehene Diskurse und Randphänomene in den Fokus und verwandelt das Arsenale und die Giardini in eine Bühne für die drängendsten globalen Fragen.

9. Mai bis 22. November 2026
La Biennale di Venezia | Giardini & Arsenale | Venedig


Marina Abramović, Women Massaging Breasts II aus der Serie Balkan Erotic Epic, C-Print, 2005, Serbien © Marina Abramović. Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic

Im Zentrum der Ausstellung von Marina Abramović im Berliner Gropius Bau steht ihr fortwährendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands. Die Ausstellung verwebt filmische Installationen mit Live-Performances und nutzt die Folklore ihrer Heimat als Folie für universelle Fragen nach Schmerz und Intimität.

15. April bis 23. August 2026
Gropius Bau | Niederkirchnerstraße 7 | 10963 Berlin


Kulturkirche Liebfrauen, Duisburg © Daniel Sadrowski.

Manifesta 16 Ruhr: This is not a church

Die 16. Ausgabe der europäischen Wanderbiennale Manifesta bespielt das Ruhrgebiet und rückt unter dem konzeptionellen Rahmen des Architekten Josep Bohigas die Transformation leerstehender Nachkriegskirchen in den Fokus. An zwölf sakralen Orten in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum entstehen künstlerische Interventionen, die das Erbe der Region mit Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, urbaner Neunutzung und ökologischer Zukunft verknüpfen. Die Ausstellung versteht sich als nomadische Plattform, die über klassische Ausstellungsformate hinausgeht und die lokale Gemeinschaft aktiv in den kreativen Prozess einbezieht.

21. Juni bis 4. Oktober 2026
Zentrale: St. Josef Kirche | Ückendorfer Straße/Ecke Virchowstraße | 45886 Gelsenkirchen (sowie 11 weitere Standorte im Ruhrgebiet)


Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Hand am Kinn, 1906/07 © Landesmuseum Hannover

Paula Modersohn-Becker: Happy Birthday

Anlässlich ihres 150. Geburtstags widmen das Albertinum in Dresden, die Bremer Museen (Böttcherstraße und Kunsthalle) sowie die Worpsweder Kunststätten der Wegbereiterin der Moderne eine beispiellose Kooperation. Während Dresden ihren Einfluss auf die europäische Avantgarde beleuchtet, konzentrieren sich die Bremer und Worpsweder Ausstellungen auf ihre radikalen Porträts und die Verbindung zur norddeutschen Landschaft.

Februar bis Juni 2026
Albertinum (Dresden), Museen Böttcherstraße (Bremen und Kunsthalle) und Worpsweder Museen


Edouard Manet, Le déjeuner dans l’atelier / Das Frühstück im Atelier, 1868, Öl auf Leinwand, 118,3 x 154 cm (Bayerische Staatsgemäldesammlungen München – Neue Pinakothek)

Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus

Die Alte Nationalgalerie würdigt den Visionär Paul Cassirer, der den französischen Impressionismus gegen alle Widerstände in Deutschland etablierte. Gezeigt werden über 100 Spitzenwerke von Monet bis Van Gogh, die einst durch seinen legendären Salon gingen und die deutschen Sammlungen maßgeblich modernisierten.

22. Mai bis 27. September 2026
Alte Nationalgalerie | Bodestraße 1-3 | 10178 Berlin


FILM_2011 Installation views_Tate Moderns Turbine Hall London 2011 Photo Marcus Leith Andrew Dunkley

30 Jahre Hamburger Bahnhof

Berlins Zentrum für Gegenwartskunst feiert drei Jahrzehnte mit acht neuen Ausstellungen und einem 30-stündigen Festwochenende im November. Künstlerische Schwerpunkte bilden unter anderem Präsentationen von Shilpa Gupta, Ryuichi Sakamoto und Sophie Calle.

Ganzjährig 2026 (Highlight-Wochenende: 13. bis 15. November 2026)
Hamburger Bahnhof | Invalidenstraße 50-51 | 10557 Berlin


Kerry James Marshall, Untitled (Studio), 2014, The Metropolitan Museum of Art, New York. Purchase, The Jacques and Natasha Gelman Foundation Gift, Acquisitions Fund and The Metropolitan Museum of Art, Multicultural Audience Development Initiative Gift, 2015. © Kerry James Marshall. Foto: Matthew Hollow. Image courtesy the artist and David Zwirner, London


Kerry James Marshall: The Histories

Das Kunsthaus Zürich zeigt die erste umfassende Werkschau des US-Künstlers im deutschsprachigen Raum. Marshalls monumentale Gemälde fordern den westlichen Kanon heraus, indem sie schwarze Identität mit technischer Brillanz ins Zentrum rücken.

27. Februar bis 16. August 2026
Kunsthaus Zürich | Heimplatz | 8001 Zürich


Michel-Ange. L'esclave mourant. Musée du Louvre © 2022 Musée du Louvre, dist. GrandPalaisRmn / Hervé Lewandowski

Michel-Ange / Rodin: Corps vivants

Der Louvre widmet sich dem spannenden Dialog zwischen den monumentalen Skulpturen von Michelangelo und Auguste Rodin. Die Ausstellung Lebende Körper beleuchtet, wie beide Künstler die menschliche Anatomie nutzten, um tiefe Emotionen, Kraft und Zerbrechlichkeit in Stein und Bronze zu bannen.

15. April bis 20. Juli 2026
Musée du Louvre | Rue de Rivoli | 75001 Paris, Frankreich


Schiaparelli by Daniel Roseberry Long sheath gown, Matador Couture collection Haute couture fall-winter 2021–2022 Wool crepe. Gilded brass necklace adorned with rhinestones in the shape of lungs. Patrimoine Schiaparelli, Paris

Elsa Schiaparelli: Fashion Becomes Art

Das V&A feiert das Erbe der surrealistischen Modepionierin. Die Ausstellung beleuchtet ihre legendären Kollaborationen mit Salvador Dalí und zeigt Mode als Medium radikaler künstlerischer Performance.

28. März bis 1. November 2026
Victoria and Albert Museum | Cromwell Road | London, SW7 2RL


Ramon Casas, La Sargantain, Kopf, 1907 (Círculo del Liceo, Barcelona)

Barcelona Moderna: Von Gaudí bis Picasso

Die Kunsthalle München entführt in das Barcelona um 1900. Die Ausstellung zeigt die Verbindung von visionärer Architektur und dem frühen Schaffen Picassos in einer Ära des radikalen Aufbruchs.

23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Kunsthalle München | Theatinerstraße 8 | 80333 München


Edgar Degas: Danseuse – position de quatrième devant sur la jambe gauche, première étude, 1919-1937, Kunsthalle Mannheim
Foto: Cem Yütecas

Tanz! Eine Geschichte der Bewegung

Von Degas’ Ballerinen bis zu zeitgenössischen Videoinstallationen: Die Kunsthalle Mannheim untersucht die Faszination für körperliche Dynamik und das Festhalten flüchtiger Momente in der Kunst.

Frühjahr bis Sommer 2026
Kunsthalle Mannheim | Friedrichsplatz 4 | 68165 Mannheim


Ylla alias Camilla Henriette Koffler, Four Dachshunds, um 1948
s/w-Fotografie, © 2025 Pryor Dodge, Grafische Bearbeitung: Bernd Grether

Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi

Die Kunsthalle Bremen beleuchtet den Dackel als treuen Begleiter von Genies wie Picasso, Warhol und Hockney. Eine kulturgeschichtliche Ausstellung zwischen Jagdhund-Tradition und Popkultur-Phänomen.

31. Oktober 2026 bis 28. März 2027
Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen


Anne Harting

Chefredakteurin und Herausgeberin

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