Berlin Art Week – Eine Woche voller Inspiration


Neue Nationalgalerie, Maurizio Cattelan, Novecento, 1997. Foto: Paolo Pellioni di Persano


7.9.2026.

Es ist wieder soweit: Die Berlin Art Week geht in ihre 15. Ausgabe und verwandelt die Stadt erneut für einige Tage in einen internationalen Treffpunkt für Gegenwartskunst. Zahlreiche Ausstellungen, Offspaces mit jungen Positionen und bedeutende Privatsammlungen öffnen ihre Türen. Die beteiligten Institutionen und Galerien präsentieren ein hochkarätiges Programm mit geführten Rundgängen, Online-Viewings und zahlreichen Entdeckungen.

Für uns heißt es vor allem: Kunst genießen. Deshalb möchten auch wir Sie dazu animieren, das direkte Erlebnis von und und mit der Kunst zu zelebrieren. Wer meint, er könnte etwas verpassen, den können wir beruhigen. Fast alle Ausstellungen sind auch noch noch länger zu besichtigen. 

Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit für die Kunst! Wir haben für Sie unsere Kunst Highlights der Berlin Art Week zusammengestellt, die teils nur in dieser Woche zu sehen sind und die sie auf gar keinen Fall verpassen sollten.


Berliner Ensemble x Gemäldegalerie, Ersan Mondtag und Nadim Samman, Alternde Meister. Foto: Kathrin Hammer, © Staatliche Museen zu Berlin

Berliner Ensemble X Gemäldegalerie. Ersan Mondtag und Nadim Samman inszenieren in einer Koproduktion des Berliner Ensembles mit der Gemäldegalerie Berlin eine Berliner Vanitas im Dialog mit lebenden und verstorbenen alten Meistern. Als Brücke zwischen Theater und Museum entfaltet sich durch die gesamte Sammlung hindurch ein lebendiges Tableau mittels 25 Performer*innen, das zwischen Erschöpfung und Neuerfindung, Verschwinden und Beständigkeit schwebt. Zu den Mitwirkenden verschiedener Generationen zählen unter anderem  Frank Büttner, Eva-Maria Keller, Sema Poyraz, WestBam und Louis Hofmann.

Berliner Ensemble x Gemäldegalerie
11. Bis 13. September 2026
Gemäldegalerie | Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz | 10785 Berlin


Ebensperger—Arminiusmarkthalle, Chicks on Speed, 2026. Foto: Wolf Dieter Grabner, courtesy Chicks on Speed and Ebensperger

Ebensperger.. Mit dem Beginn der Berlin Art Week 2026 starten Chicks on Speed, Kathi Glas und Watermelon Studios eine Residency, die bis Mai 2027 läuft und die Markthalle in ein lebendiges Broadcast Studio verwandelt. Händler, Besucher und Workshop-Teilnehmer gestalten gemeinsam Kostüme, tragbare Skulpturen und Klangobjekte, die zu Instrumenten, Requisiten und Sendewerkzeugen werden. Eine sich ständig weiterentwickelnde mobile Performance, gefilmt als Musikvideo – in der jeder sowohl Darsteller als auch Produzent ist. Bühne trifft Straße trifft Studio.

Chicks on Speed | Bonnie Camplin Archive (BCA)
11. September bis 30. Mai 2026

Ebensperger | Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2—4 |  10551 Berlin


Galerie Thomas Schulte, Katharina Sieverding Life-Death, Still_ 1969 © Katharina Sieverding,VG_Bild-Kunst Foto: Klaus Mettig 1920x1338

Galerie Thomas Schulte.

Zur Berlin Art Week präsentiert die Galerie Thomas Schulte die Ausstellung Life–Death von Katharina Sieverding. Im Zentrum steht der gleichnamige Film aus dem Jahr 1969, ergänzt durch großformatige Filmstills sowie bislang unveröffentlichte Polaroids. Entstanden im damaligen West-Berlin, verweist das Werk auf eine frühe Schaffensphase der Künstlerin und auf einen historischen Moment, in dem sich politische, gesellschaftliche und ästhetische Umbrüche verdichteten. Nicht zuletzt wurde Life–Death 1972 auf der documenta 5 in Kassel gezeigt und manifestiert so die frühe kunsthistorische Relevanz des Werks.

Innerhalb von Sieverdings filmischem Werk nimmt Life–Death eine besondere Stellung ein. Gedreht wurde das Werk auf 16-mm-Film während einer biografisch wie künstlerisch prägenden Phase. Sieverding war zu dieser Zeit Studentin von Joseph Beuys an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und erlebte die institutionellen Konflikte und Protestbewegungen der späten 1960er Jahre aus unmittelbarer Nähe. Die Dreharbeiten erfolgten kurz nach den Ereignissen rund um die zeitweilige Schließung der Akademie, an deren Protesten sie dokumentierend und aktiv beteiligt war. Life–Death steht damit nicht nur für eine ästhetische Suche nach neuen Bildformen, sondern auch für die Erfahrung einer Gesellschaft im Wandel.

Katharina Sieverding: Life-Death
11. September bis 7. November 2026

Galerie Thomas Schulte | Charlottenstraße 24 | 10117 Berlin


Ivan Gette o.T., 2026 © Angela Regenbrecht Photography.jpg

AK Galerie. TUTTO PASSA bedeutet im italienischen „Alles vergeht“ – eine Lebensphilosophie, die Veränderung nicht als Verlust, sondern als Wert begreift. Mit seiner gleichnamigen Werkserie hält der in Berlin lebende Künstler Ivan Gette das Hier und Jetzt fest: jenen einen Augenblick, der von unzähligen Einflüssen geprägt ist und sich niemals wiederholt. Den Impuls dazu fand Gette während eines Aufenthalts in Pietrasanta (Toskana), wo er sich bewusst mit der Philosophie von TUTTO PASSA auseinandersetzte und sich von ihr inspirieren ließ.

Gette überlässt seine Gemälde bewusst den Betrachtenden und ermöglicht so eine ehrliche, unverfälschte Begegnung zwischen Werk und Mensch. Jedes Bild wird erst durch die Person vollständig, die es besitzt: Sammlerinnen und Sammler sind eingeladen, jedem Gemälde einen eigenen Titel zu geben. Ein Privileg, das das Werk untrennbar mit seinem Eigentümer verbindet. Die aus insgesamt 18 Werken bestehende gleichnamige Werkserie wird während der Berlin Art Week in der AK Galerie wie auf der POSITIONS Art Fair zu sehen sein.

TUTTO PASSA | IVAN GETTE
9. September bis 22. November 2026

AK GALERIE | Behrenstrasse 31 | 10117 Berlin

10. bis 13. September 2026
POSITIONS Berlin Art Fair | Flughafen Tempelhof, Hangar 5-6 | 12101 Berlin


Hollywood / Western © Leonard Drorian, courtesy SUMO

SUMO – Archival Fashion Store & Gallery. Ein Store an der Schnittstelle von Mode und Kunst als Galerie. - Nach fünf Jahren als etablierte Online-Plattform für seltene Vintage-Couture eröffnet SUMO am 12. September 2026 seinen allerersten Store in Berlin-Charlottenburg. Der 2021 von Alana Richards gegründete Shop hat sich auf Archival Fashion von seltenen Runway- Pieces und begehrten Sammlerstücken bis hin zu ausgewählter Vintage-Couture renommierter Designer wie Thierry Mugler, Yves Saint Laurent und John Galliano spezialisiert.

Der neue Standort versteht sich nicht nur als Boutique, sondern auch als Ausstellungsraum mit einem fortlaufenden Programm zu den Themen Mode, Fotografie und Kunst. Anlässlich der Store-Eröffnung präsentiert SUMO die Einzelausstellung „Going Underground“ des Fotografen Leonard Drorian aus Los Angeles. Drorian, der zwischen Berlin und seiner Heimatstadt arbeitet, zeigt eine Auswahl analog entstandener Modefotografien, die seine filmische Bildsprache widerspiegeln. Seine Arbeiten wurden bereits von LensCulture und PhotoVogue präsentiert und in Publikationen wie Schön! und Contributor veröffentlicht.

Eröffnung 12. September 2026 16 Uhr
SUMO | Leibnizstrasse 48 | 10629 Berlin


Erwin Wurm, DREAMER, 2024 © Photo Markus Gradwohl

SOHO House X König Galerie. Eine verspielte und unerwartete Installation des österreichischen zeitgenössischen Künstlers Erwin Wurm bringt Kunst, Design und kreativen Austausch in das soziale Setting des Soho House Berlin und verwandelt die Hotellobby in eine surreale Welt, in der die Grenzen zwischen menschlichem Körper und Alltagsgegenständen zu verschwimmen beginnen. Inspiriert vom Konzept von DREAMERS lädt die Installation die Besucher ein, innezuhalten, erneut hinzusehen und Wurms imaginäres Traumreich zu betreten.

Das in Zusammenarbeit mit Porsche präsentierte Projekt feiert kreative Veränderer, die den Mut haben zu träumen. Die Partnerschaft greift auf das Vermächtnis von Ferry Porsche zurück, dessen Vision und Leidenschaft die Automobilwelt transformierten und einen passenden Dialog mit Wurms eigenem spielerischem Ansatz zur Verwandlung vertrauter Formen schaffen.

Erwin Wurm
9. – 13. SEPTEMBER 2026

SOHO House | Torstrasse 1 | 10117 Berlin


Installation view, Sandbox Mode, Andreas Gysin, Mitchell F. Chan, Cezar Moca, 2023, at OFFICE IMPART photo: Marjorie Brunet Plaza

KUNST IM WESTEND e.V.. Die ortsspezifische Installation des Multimedia-Künstlers Lu Yang im historischen Kochhaus der DRK Kliniken Berlin Westend wurde eigens für das historische Kochhaus und den Kontext von „Kunst im Krankenhaus“ entwickelt. Die Installation mit Krankenhausbetten und großformatigen, von der Decke abgehängten Bannern reagiert zurückhaltend, kontemplativ und zugleich direkt auf den Klinik-Kontext. Dabei greift Lu Yang auf Bildmaterial aus seinen bekannten Serien DOKU The Self und DOKU The Flow zurück.

TRIAGE verbindet die Themen Medizin, digitale Technologien und buddhistische Vorstellungen von Reinkarnation und erweitert LuYangs bekanntes DOKU-Universum zu einer immersiven räumlichen Erfahrung. Für Lu Yang ist das Krankenhaus kein neutraler Ort: Als Kind verbrachte er viel Zeit in Notaufnahmen. So war er schon früh mit Krankheit, Tod und der Zerbrechlichkeit des Körpers konfrontiert – Themen die seine künstlerische Praxis entscheidend prägen.

LU YANG | TRIAGE
12. bis 20. September 2026
Historisches Kochhaus DRK Kliniken Berlin Westend  | Spandauer Damm 130 (Zugang über Fürstenbrunner Weg 12) | 14050 Berlin


Anne Harting

Chefredakteurin und Herausgeberin

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MEMORIES OF UNKNOWN – Ein temporäres Appartment, zwischen Kunst, Design und Anonymität

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Crossing Currents - Hamburgs erste Art Week